Halbgeschlossen · ein Plan für Weiß

Colle System: Pterodactyl Variation

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1.d4g62.Nf3Bg73.e3c54.Bd3Qa5+

Der Pterodactyl ist ein Fianchetto im Stil der Modernen Verteidigung mit einem ...c5-Stich und einem frühen Damenschach. Er stürzt sich auf das Colle-System, bevor Weiß' Aufbau überhaupt fertig ist.

Der Pterodactyl ist eine ganze Familie schwarzer Systeme, aufgebaut auf ...g6, ...Lg7, ...c5 und einem frühen Damenausflug nach a5. Der Name stammt aus den fröhlich unorthodoxen Eröffnungsbüchern von Eric Schiller und Bill Wall. Gegen das Colle-System landet die Formel als 4...Da5+, ein Schach, das hineingeworfen wird, bevor Weiß das ruhige e3-und-Ld3-Möbelstück fertig aufgestellt hat. Das wirkt unhöflich, und genau das ist die Absicht: Weiß soll eine Figur zum Blocken verpflichten, bevor die Stellung entschieden hat, was sie eigentlich werden will.

Das Kleingedruckte, und es ist witzig: Der natürlichste Block, 5.c3, ist ein Zug, den viele Colle-Spieler ohnehin gespielt hätten. Das Schach kann Schwarz am Ende eher Zeit kosten als einbringen. 5.Ld2 ist die ambitioniertere Antwort: Sie blockt und greift gleichzeitig die Dame an, die dadurch ein weiteres Mal ziehen muss. Die ganze Variante ist eine Wette darauf, dass ein Colle-Spieler im Autopilot die kleine Störung schlecht behandelt und d4 locker lässt, während der Läufer auf g7 dagegenlehnt.

Unter dem Markennamen steckt vertraute Mechanik: Druck auf der langen Diagonale gegen d4, der Hebel ...c5 schon eingesetzt, schnelle Entwicklung dahinter. Wenn dir Strukturen der Modernen Verteidigung liegen und du einen Gegner magst, der schon im vierten Zug leicht genervt ist, ist das ein legitimer Weg dorthin. Die Aufgabe des Schachs ist es, die Stimmung zu verändern, nicht die Bewertung zu entscheiden.

Der Plan von Weiß

Weiß' beste Antwort ist die am wenigsten dramatische: mit 5.c3 blocken, was der Aufbau ohnehin spielen wollte. Weiterentwickeln, rochieren, Sbd2 spielen und den üblichen zentralen Bruch mit e4 vorbereiten. Die Dame auf a5 kann zum Ziel werden: ein späteres b4, gestützt vom c3-Bauern, oder ein gut getimtes Ld2 gewinnt Tempo gegen sie. Keine Panik wegen des Läufers auf g7; halte d4 solide verteidigt, dann bleibt die lange Diagonale geschäftlich geschlossen.

Der Plan von Schwarz

Schwarz spielt eine Moderne Verteidigung mit Haltung: den Läufer auf g7 dauerhaft auf d4 gerichtet halten, ...cxd4 genau in dem Moment spielen, in dem es die Diagonale am nützlichsten öffnet, und die Springer nach f6 und c6 bringen, um sich auf demselben Feld zusammenzurotten. Das frühe Schach existiert, um Weiß aus einer einstudierten Zugfolge zu werfen und Entscheidungen am Brett zu erzwingen. Danach siedelt sich die Dame oft auf b6 oder c7 neu an und bleibt aktiv. Weiß' Ungenauigkeit schenkt Schwarz freien Druck. Gut getimte weiße Züge lassen Schwarz mit einer spielbaren Modernen Struktur in einer Partie zurück, die beide Seiten selbst durchdenken müssen.

Auf Klubniveau

Diese exakte Linie ist auf Vereinsniveau (1600–2000 bei Lichess) eine echte Rarität: Die Stellung nach 4.Ld3 taucht etwa 24.000-mal in der Datenbank auf, und nur 0,7 % dieser Partien (172 insgesamt) setzen mit 4...Da5+ fort. Wenn es passiert, blockt Weiß mit 5.c3 in 58,7 % der Partien (54 % Erfolgsquote) oder mit 5.Ld2 in 26,2 % (50 %). Bei einer so kleinen Stichprobe sollte man jede dieser Prozentzahlen eher als Hinweis denn als Urteil behandeln.

Live-DatenbankLichess 1600–2000 · Blitz + Schnellschach
Colle System: Pterodactyl Variation172 Partien · Weiß am Zug
ZugWeiß / Remis / SchwarzHäufigkeitPartienPunkte
59%10154%
26%4550%
11%1955%
4.1%750%
Kategorie
Halbgeschlossen
Erster Zug
1.d4
ECO
A40
Linie
1. d4 g6 2. Nf3 Bg7 3. e3 c5 4. Bd3 Qa5+
FianchettoSolide
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